Nº. 1 of  1

Kult des Fragments

"Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen."

Walter Benjamin: Passagen-Werk

Posts tagged Zwischentöne:

Il étend la surface de son corps pour se retrouver.
Il renie la présence de lui-même pour se retrouver.
Il vêt d’une chemise quelques vides, pour avant l’autre Vide, un petit semblant de plein.

Henri Michaux - La vie dans les plis

[via lamemoiredesjours:francesca-mazzucato]

Es gibt die Distanz zwischen dem Künstler und dem Zuschauer, aber es gibt auch die Distanz, die der Performance selbst innerlich ist, insofern sie als Schauspiel, das eine selbständige Sache ist, zwischen der Vorstellung des Künstlers und der Empfindung oder dem Verständnis des Zuschauers aufrecht steht. In der Logik der Emanzipation gibt es zwischen dem unwissenden Lehrmeister und dem emanzipierten Lehrling immer eine dritte Sache – ein Buch oder irgendein Stück Schrift –, die sowohl dem einen als auch dem anderen fremd ist, und auf die sie sich beziehen können, um gemeinsam zu verifizieren, was der Schüler gesehen hat, was er darüber sagt und was er davon denkt. Es ist dasselbe mit der Aufführung. Sie ist nicht die Übermittlung des Wissens oder des Atems vom Künstler zum Zuschauer. Sie ist eine dritte Sache, die niemand besitzt, und deren Sinn niemand besitzt, die sich zwischen ihnen hält und jede identische Übertragung, jede Identität von Ursache und Wirkung unterbindet.

—Jacques Rancière: Der emanzipierte Zuschauer. Aus dem Französischen von Richard Steurer. Wien 2009, S. 25.

We are always in the space in-between… all the spaces where you are not actually at home. You haven’t arrived yet…. This is where our mind is the most open. We are alert, we are sensitive, and destiny can happen. We do not have any barriers and we are vulnerable. Vulnerability is important. It means we are completely alive and this is an extremely important space.

Marina Abramovic

[via renewsbeginscollects:leda-swanson]

(via swanfucker)

Vielleicht lässt sich ja die Schlagkraft von Schlagwörtern, die unmittelbare Breitenwirkung von “Hits” also, in einer Art “Remix” auch für ein besinnlicheres Denken nutzen.
[…]
Denn die bedächtig gesetzten Schritte, mit denen der Text langsam, - Schritt für Schritt -, Satz für Satz -, in seinem dunklen unvorhersehbaren Gang vorantappt -, sie zeitigen einen eigenartigen “Groove”, dessen “Thrill” gerade darin zu bestehen scheint, die Zwischentöne/Untertöne und Umbrüche verlautbar zu machen, die das Sagen des Textes ständig begleiten und fortlaufend bestimmen.
[…]
In der Befremdlichkeit der Nacht, in der das Ungestillte des kommenden Tages ans Licht drängt, im Schutze der Dunkelheit melden sich allererst die Laute der immer noch ungestillten Begierden und unerhörten Zwischentöne des Ungeborenen.

Arno Böhler: Unterwegs zu einer Sprache der Freundschaft. DisTanzen: Nietzsche - Deleuze - Derrida. Wien 2000, S. 66ff.

Vielleicht lässt sich ja die Schlagkraft von Schlagwörtern, die unmittelbare Breitenwirkung von “Hits” also, in einer Art “Remix” auch für ein besinnlicheres Denken nutzen.
[…]
Denn die bedächtig gesetzten Schritte, mit denen der Text langsam, - Schritt für Schritt -, Satz für Satz -, in seinem dunklen unvorhersehbaren Gang vorantappt -, sie zeitigen einen eigenartigen “Groove”, dessen “Thrill” gerade darin zu bestehen scheint, die Zwischentöne/Untertöne und Umbrüche verlautbar zu machen, die das Sagen des Textes ständig begleiten und fortlaufend bestimmen.
[…]
In der Befremdlichkeit der Nacht, in der das Ungestillte des kommenden Tages ans Licht drängt, im Schutze der Dunkelheit melden sich allererst die Laute der immer noch ungestillten Begierden und unerhörten Zwischentöne des Ungeborenen.

—Arno Böhler: Unterwegs zu einer Sprache der Freundschaft. DisTanzen: Nietzsche - Deleuze - Derrida. Wien 2000, S. 66ff.