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Kult des Fragments

"Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen."

Walter Benjamin: Passagen-Werk

Posts tagged Spiegeln:


Die bitteren Tränen der Petra von Kant, von Rainer Werner Fassbinder, 2012.
Regie MARTIN KUŠEJ
mit:
Bibiana Beglau als Petra von Kant
Elisa Plüss als Gabriele von Kant, ihre Tochter
Andrea Wenzl als Karin Thimm, ihre Liebe
Sophie von Kessel als Marlene, ihre Bedienstete
Residenztheater München

Die bitteren Tränen der Petra von Kant, von Rainer Werner Fassbinder, 2012.

Regie MARTIN KUŠEJ

mit:

Bibiana Beglau als Petra von Kant

Elisa Plüss als Gabriele von Kant, ihre Tochter

Andrea Wenzl als Karin Thimm, ihre Liebe

Sophie von Kessel als Marlene, ihre Bedienstete

Residenztheater München

Sóley - Pretty Faces, 2011

[We Sink, Morr Music]

Gespenster (Christian Petzold, 2000)

Gespenster (Christian Petzold, 2000)

Aldo Chaparro - I’ll Be Your Mirror, 2008
[via minimalillusion]

Aldo Chaparro - I’ll Be Your Mirror, 2008

[via minimalillusion]

(Source: likeafieldmouse)

Man kann ruhig sagen ἁνθρωπος μέτρον … Denn in der Tat: das Subjekt ist das Mass der Objekte als Objekte. Der Begriff ist das Mass des Begriffenen als Begriffenen. Der Begriff ist ja immer mein Begriff bzw. der Begriff-jemandes. Ich begreife soz. mit Hilfe des Begriffs. Aber der Begriff soll auch Begriff des Begriffenen sein. Das spreche ich aus und es ist erfüllt, wenn ich sage: mein Körper ist der Körper des Körper – oder wenn der Spiegel sagt: mein Ding ist das Ding der Dinge.
Das Mass ist ja immer Masseinheit – und als solche notwendig dem Zu-Messenden homogen. Strecken messe ich z.B. mit einer Strecke. Und Körper messe ich mit Körpern. Ich messe mit Hilfe von Massen. Und so messe ich Körper als Körper mit Hilfe meines Körpers. So ist mein Körper oder mein Objekt die Eins des Vielen der vielen Körper und vielen Objekte.
Das ungeheuer merkwürdige ist, dass man hier zu Quantitäts-Kategorien kommt, die zugleich und ganz unmittelbar einen Qualitätsaspekt haben.

Josef König: Notizen bei der Redaktion der Habilitationsschrift (15. 9. 1936).

In: Siegfried Blasche, Mathias Gutmann und Michael Weingarten (Hg.):  Repraesentatio Mundi. Bilder als Ausdruck und Aufschluss menschlicher Weltverhältnisse. Historisch-systematische Perspektiven, Bielefeld 2004, S. 315f.

Das Ding, das der Spiegel spiegelt, ist das Ding des Spiegels, also das Andere des Spiegels; und das Andere und das, dessen Anderes es ist, sind zwar Andere (Verschiedene, ἔτερα, diversa), zugleich aber in dem einen von ihnen, nämlich in sozusagen dem besitzenden Anderen, Unterschiedene (διαφορά, differentia). Vorhandensein und so-Wirken sind Verschiedene, zugleich aber in dem so-Wirken Unterschiedene.

Josef König: Sein und Denken. Studien im Grenzgebiet von Logik, Ontologie und Sprachphilosophie, Halle 1937, S. 68.

[via diesebastionbehrisch]

[via walter-benjamin-bluemchen]

Denn wir sehen im Spiegel nicht so etwas wie das Bild des Dinges, sondern in ihm das Ding selber.
[…]
Fußnote 1:
Der Ausdruck Spiegel-bild ist sehr mißverständlich, und sein Recht ist schwer zu fassen. Weder ist der Spiegel selber ein Bild; hingegen Gemälde z. B. oder Photographien sind selber Bilder; noch ist das, was im Spiegel ist, ein Bild; denn in ihm ist etwas überhaupt nur in der Weise und in dem Sinn, daß und wenn wir etwas im Spiegel sehen. Das Spiegelbild ist das Bild des Spiegels, und dieser Genitiv ist ein possessiver. Der Spiegel besitzt aber nicht etwas, das ein Bild wäre, sondern spiegelt das Ding ähnlich wie der Maler das Ding malt. Das Spiegelbild ist so das Bild des Spiegels ähnlich wie ein Bild das Bild des Malers ist, der es gemalt hat. Allein der Maler kann ein Ding nicht malen oder abmalen, es sei denn er male ein Bild des Dinges; während der Spiegel es fertig bringt, ein Ding zu spiegeln, ohne sozusagen gezwungen zu sein, ein Bild des Dinges zu spiegeln. Damit hängen dann weitere Unterschiede zusammen. Der Maler, der ein Ding abmalt, stellt das Ding dar; wenigstens kann man ohne Not, um der folgenden Abhebung willen, so sagen. Der Spiegel, der ein Ding spiegelt, mag gleichfalls durch sein Spiegeln das Ding darstellen. Endlich sagt man, ein Bild, z. B. ein Gemälde, stelle eine Sache dar. Daß nun der Maler das Ding darstellt (abmalt), ist rein eigentlich zu nehmen. Das Darstellen ist ohne weitere Bedingungen das Tun des Malers. Das dies Bild diese Sache darstellt, ist rein uneigentlich gesagt und darf unter keiner Bedingung dahin verstanden werden, daß das Darstellen das Tun des Bildes ist. Wie aber steht es nun mit dem Darstellen des Spiegels? Es darf weder rein eigentlich noch rein uneigentlich verstanden werden. Wir werden sagen: der Spiegel stelle dar in mittlerer Eigentlichkeit. Daß der Spiegel spiegelt, ist dies, daß er (in mittlerer Eigentlichkeit) das Ding, welches er spiegelt, darstellt. Das Spiegelbild ist demzufolge ein in mittlerer Eigentlichkeit vom Spiegel produziertes oder hergestelltes Bild. Und es ist nun für seinen Charakter als Bild definitiv, daß es ein nur in mittlerer Eigentlichkeit hergestelltes Bild ist. […]

Josef König: Sein und Denken. Studien im Grenzgebiet von Logik, Ontologie und Sprachphilosophie, Halle 1937, S. 67f.

[via walter-benjamin-bluemchen]

Bilder sind ‘künstlich’, sind Artefakte zumindest in dem Sinne, dass sie vom Menschen hervorgebracht werden. Man könnte den künstlichen die natürlichen Bilder gegenüberstellen. Dies gilt aber – mit Blick auf Spiegelungen in Teichoberflächen oder Schattenwürfen – wieder nur unter der Bedingung, dass gedankliche Verrichtungen vorgenommen werden müssen, um etwas als Bild von (oder für) etwas zu beschreiben. D.h., auch die in natura vorkommenden Bilder sind nur insofern Bilder, als sie als Bilder bezeichnet werden, und in diesem Sinne kann in der Tat auch ein natürliches Bild als Bild (und Artefakt) gelten.

—Mathias Gutmann: Metapher und Bild. Zur tätigkeitstheoretischen Deutung von Gegenständen mittlerer Eigentlichkeit. In: Siegfried Blasche, Mathias Gutmann, Michael Weingarten (Hg.): Repraesentatio Mundi. Bilder als Ausdruck und Aufschluss menschlicher Weltverhältnisse. Historisch-systematische Perspektiven. Bielefeld 2004, S. 223.

Brigitte en Vacances!
zartcore:

..,-
…this is zartcore! (&friends)
abendgesellschaft:

Tumblrkaffeefahrten I: Trockenfarn, Grüne Soße, Bahntreppenharmonien auf Wodkaorgeln

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Zur Lehre vom ideologischen Überbau. Zunächst scheint es als habe Marx hier nur ein Kausalverhältnis zwischen Überbau und Unterbau feststellen wollen. Aber bereits die Bemerkung, daß die Ideologien des Überbaus die Verhältnisse falsch und verzerrt abspiegeln, geht darüber hinaus. Die Frage ist nämlich: wenn der Unterbau gewissermaßen im Denk- und Erfahrungsmaterial den Überbau bestimmt, diese Bestimmung aber nicht die des einfachen Abspiegelns ist, wie ist sie dann – ganz abgesehen von der Frage ihrer Entstehungsursache – zu charakterisieren? Als deren Ausdruck. Der Überbau ist der Ausdruck des Unterbaus. Die ökonomischen Bedingungen, unter denen die Gesellschaft existiert, kommen im Überbau zum Ausdruck; genau wie beim Schläfer ein übervoller Magen im Trauminhalt, obwohl er ihn kausal »bedingen« mag, nicht seine Abspiegelung sondern seinen Ausdruck findet. Das Kollektiv drückt zunächst seine Lebensbedingungen aus. Sie finden im Traum ihren Ausdruck und im Erwachen ihre Deutung.

Walter Benjamin: Das Passagen-Werk.

In: Rolf Tiedemann (Hrsg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften V.I, Frankfurt am Main 1991, S. 495f.

Die Leitmotive der folgenden Vorstellungsreihe werden von der V(ersuchs)P(erson) selbst als »heraldisch« bezeichnet. In ihnen tritt zugleich die Vorstellung rhythmisch bewegter Wasserflächen, die sich dann längere Zeit behauptet, zuerst auf das visuelle Spiegelverhältnis heraldischer Embleme, die verschobene Entsprechung, die ebenso wie auf Wappen in den Spiegelbildern des Wassers begegnet, wird von der V.P. mit dem Vers ausgesprochen:

»Wellen schwappen - Wappen schwellen.«

Diese Wortfolge kam als die letztlich befriedigende nach mehreren anderen Versuchen. Die V.P. legte größtes Gewicht auf diesen Vers in der Überzeugung, daß hier die gleiche Spiegelsymmetrie, wie sie Wappen- und Wellenbilder beherrsche, auch in der Sprache - und
zwar nicht etwa nachbildend, sondern in originärer Identität mit dem optischen Bilde - zum Vorschein komme. Die V.P. doziert nachdrücklich: »quod in imaginibus, est in lingua«.

Egon Wissing: Versuchsprotokoll Vom 7. März 1931, Walter Benjamin, 9 h, eine Kapsel, erste Wirkung 11 h.

In: Tiedemann/Schweppenhäuser (Hg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band VI, Frankfurt am Main 1985, S. 594.

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