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Kult des Fragments

"Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen."

Walter Benjamin: Passagen-Werk

Posts tagged Selbstmord:


Die bitteren Tränen der Petra von Kant, von Rainer Werner Fassbinder, 2012.
Regie MARTIN KUŠEJ
mit:
Bibiana Beglau als Petra von Kant
Elisa Plüss als Gabriele von Kant, ihre Tochter
Andrea Wenzl als Karin Thimm, ihre Liebe
Sophie von Kessel als Marlene, ihre Bedienstete
Residenztheater München

Die bitteren Tränen der Petra von Kant, von Rainer Werner Fassbinder, 2012.

Regie MARTIN KUŠEJ

mit:

Bibiana Beglau als Petra von Kant

Elisa Plüss als Gabriele von Kant, ihre Tochter

Andrea Wenzl als Karin Thimm, ihre Liebe

Sophie von Kessel als Marlene, ihre Bedienstete

Residenztheater München

Es scheint, wohin ich auch gehe, spielt sich ein Drama ab. Die Menschen sind wie Läuse - sie krabbeln einem unter die Haut und bohren sich dortein. Man kratzt und kratzt bis Blut kommt, aber man kann sich nicht ständig entlausen. Wo ich auch hingehe, vergällen die Menschen sich ihr Leben. Jeder hat seine Privattragödie. Es steckt jetzt im Blut - Unglück, Überdruß. Kummer, Selbstmord. Die Atmosphäre ist mit Unheil, Unzulänglichkeit und Enttäuschung gesättigt. Kratzen und kratzen - bis keine Haut mehr da ist. Wie auch immer, es wirkt auf mich belustigend. Statt entmutigt oder bedrückt zu sein, genieße ich es. Ich schreie nach mehr Unheil, nach größeren Schickalsschlägen, gewaltigere Katastrophen. Ich will, daß die ganze Welt in Unordnung gerät, daß jeder sich zu Tode kratzt.

Henry Miller: Wendekreis des Krebses. 1934

[via michaelthurm]

Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.

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[The books we need are the kind that act upon us like a nightmare, that make us suffer like the death of someone we love more than ourselves… a book should serve as the ax for the frozen sea within us.]

Franz Kafka an Oskar Pollak, 1904

[via disco-lemon-aid:hiimdom:junesixon]

George Grosz, Suicide, 1916.
[via edsminorplace]

George Grosz, Suicide, 1916.

[via edsminorplace]

Der destruktive Charakter lebt nicht aus dem Gefühl, daß das Leben lebenswert sei, sondern daß der Selbstmord die Mühe nicht lohnt.

—Walter Benjamin: Der destruktive Charakter. In: Siegfried Unseld (Hg.): Walter Benjamin - Illuminationen. Frankfurt am Main 1977, S. 289ff.

Ich habe niemals den Selbstmord als Lösung betrachtet, weil ich das Leben aus Liebe zum Leben hasse.

Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe, Frankfurt am Main 1987, S. 125.

[via diesebastionbehrisch]