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Kult des Fragments

"Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen."

Walter Benjamin: Passagen-Werk

Posts tagged Leben:

Da wir dem Leben keine Schönheit abzuringen vermögen, sollten wir zumindest versuchen, unserem Unvermögen Schönheit abzuringen. Verwandeln wir unser Scheitern in einen Sieg, in etwas Positives, Erhabenes, mit Säulen, Würde und unserer geistigen Zustimmung!

Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe, Zürich 2003, S. 302.

[via abendgesellschaft]

“A life ladder”
[via noxe]

“A life ladder”

[via noxe]

(Source: stationarywomanhood)

Peter Weiss: Inferno, Frankfurt am Main 2003, S. 22.
[via lupodimore:abendgesellschaft]

Peter Weiss: Inferno, Frankfurt am Main 2003, S. 22.

[via lupodimore:abendgesellschaft]

Der Begriff des Fortschritts ist in der Idee der Katastrophe zu fundieren. Daß es »so weiter« geht, ist die Katastrophe. Sie ist nicht das jeweils Bevorstehende sondern das jeweils Gegebene. Strindbergs Gedanke: die Hölle ist nichts, was uns bevorstünde – sondern dieses Leben hier.

—Walter Benjamin: Zentralpark. In: Tiedemann/Schweppenhäuser (Hrsg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band I.2, Frankfurt am Main 1991, S. 683.

Und wenn es so wäre, daß ich wahnsinnig bin, daß eine Welt in mir ist, die der deinen nicht gleicht - wenn es so wäre, wenn alles um mich herum riefe: Es ist nicht wahr. Du bist krank, wir sind gesund! Worin läge solcher Gesundheit Reiz? Wo deren Schönheit? Einmal war mir die Erde ein Fest, ein Ballsaal, unendlicher Spielraum, nächtliches Kaufhaus. Und jetzt? Wir sind schwarzweiße Comic-Helden, Floskeln, die man vom Ohr zu Ohr durch eine große grau Leere wirft. Ich habe keinen Wiedersehenswert entdeckt in deinem Land. Deiner Verwesung polternd Gasgemisch lebendig zu nennen - Euphemismus! Hättest soviel zu tun, aus dir noch was zu machen, so viel - das fällt in den Bereich der Theorie oder in die Vorstellungskraft hollywoodesker Lohnpoeten, denen für Geld kein Happy End zu aufgepriemelt ist. Dein Körper ist ein Massengrab verschenkter Möglichkeiten, erstickter Träume, ohne Sauerstoffmaske gar nicht begehbar, selbst dann nur mit Ekel!

Helmut Krausser: Der große Bagarozy, Hamburg 1997, S. 175.

[via animarson]

“Quel est votre plus grande ambition dans la vie?
Devenir immortel. Et puis: mourir!”

“Quel est votre plus grande ambition dans la vie?

Devenir immortel. Et puis: mourir!”

Auch die Empfindung der Verlassenheit milderte sich, als ich sah, daß andere ähnlichen Erlebnissen unterworfen waren, so war ich nicht mehr ganz so verloren, ich gehörte zu einer Gemeinschaft der Verzauberten, denen alles wunderlich und gespenstisch war, ich gehörte zu einer Gruppe von Wanderern, die in das Land des Gruselns gezogen waren. Das Grauenhafte war mein Bereich.

—Peter Weiss: Abschied von den Eltern. Frankfurt am Main 1977, S. 63.

Statt zu fragen, wofür wir leben, fragen wir uns nur noch, wie wir möglichst lange leben beziehungsweise überleben können - gemäß den nunmehr völlig fraglos verabsolutierten Prinzipien wie Gesundheit, Sicherheit, Nachhaltigkeit und - vor allem - Kosteneffizienz. Dies ist nicht allein ein Stück Torheit - gemäß den Worten des Epikur, wonach der Weise niemals das größte Brot wähle, sondern immer das süßeste. Wir begehen damit vielmehr genau das, was in den Augen des römischen Satirikers Juvenal die schlimmste ethische Verfehlung darstellte. Er schrieb: »Betrachte es als den größten Frevel, das nackte Leben höher zu stellen als die Scham. Und um des Lebens willen die Gründe, für die es sich zu leben lohnt, zu verlieren.«

Robert Pfaller, Wofür es sich zu leben lohnt. Und was uns das vergessen lässt: Über-Ich, Narzissmus, Beuteverzicht, in: Kreation und Depression. Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus, hrsg. von Christoph Menke und Juliane Rebentisch, Berlin 2010, S. 191 - 207, hier: S. 193.

[via edsminorplace]

Frida Kahlo - Henry Ford Hospital, 1932
Oil on metal 
(via Kahlo: Henry Ford Hospital)

[via fyeahwomenartists]

Frida Kahlo - Henry Ford Hospital1932

Oil on metal 

(via Kahlo: Henry Ford Hospital)

[via fyeahwomenartists]

Geliebte Tätigkeiten I: Schnüffeln, dann ein- und aus-igeln, dann kann es losgehen.

[via baumwollpflanze]

(Source: yoopuriinn, via baumwollpflanze-deactivated2012)

Ein “Buchhafen” in Marburg Oberstadt. Einige Werke hatte er dort erstanden. Aber es schien ihm, als sollte er ein anderes Ufer und einen neuen Hafen ansteuern.
[via mephistopholus]
[viaweloveourcities:solar.empire]

Ein “Buchhafen” in Marburg Oberstadt. Einige Werke hatte er dort erstanden. Aber es schien ihm, als sollte er ein anderes Ufer und einen neuen Hafen ansteuern.

[via mephistopholus]

[viaweloveourcities:solar.empire]

SCHREIB DICH NICHT
zwischen die Welten,

komm auf gegen
der Bedeutungen Vielfalt,

vertrau der Tränenspur
und lerne leben.

Paul Celan: Schreib dich nicht. In: Paul Celan - Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band, herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann, Frankfurt am Main 2005, S. 493.

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