À bout de souffle (Jean-Luc Godard, 1960)
“Between grief and nothing, i will take grief.”
“Entre le chagrin et le néant, j’aie choisi le chagrin.”
“Le chagrin c’est idiot. J’aie choisi le néant. C’est pas mieux, mais le chagrin c’est un compromis…”
ZEIT: Stört es Sie, dass der Kapitalismus fast nur ökonomisch und nicht kulturell kritisiert wird?
Godard: Es gibt schon eine kulturelle Kritik des Kapitalismus, aber sie bleibt meistens Schrift, Literatur, écriture. Man reiht einen Satz an den nächsten, aber es entsteht keine Vision daraus. Zu einer kulturellen Kritik müsste auch eine Kritik durch Bilder gehören.
ZEIT: Bei der Verleihung des Adorno-Preises haben sie gesagt: »Im großen Kampf zwischen den Augen und der Sprache hat der Blick die größere analytische Kraft.«
Godard: So ist es. Das heißt auch: die Montage.
ZEIT: Was genau entsteht durch den Zusammenprall verschiedener Bildausschnitte?
Godard: Wenn zwei Bilder aufeinandertreffen, entsteht ein Drittes. Eine andere Art des Sehens.
ZEIT: Ist die Montage das bessere Mittel zur Analyse von Geschichte als die Sprache?
Godard: Ja. Weil die Montage der Bilder die Linearität der Geschichte, die Linearität des Denkens und der Schrift durchbrechen kann.
ZEIT: In ihrem neuen Film montieren Sie immer wieder Aufnahmen des Meeres. Das wirkt, also ob sich in diesem schwimmenden Konsumalbtraum ein Fenster öffnet.
Godard: Ich weiß nicht, ob das eine Utopie ist, eine Kritik oder einfach nur ein Blick von der Reling. Das ist das Gute an der Montage: Es ist an Ihnen, das Dritte aus zwei Bildern zu bilden.
—Jean-Luc Godard: »Es kommt mir obszön vor«. Warum Jean-Luc Godard den Technikwahn des Kapitalismus für unanständig hält. Ein Gespräch über Geld, Europa, seinen Hund und sein neues Werk »Film Socialisme«. Ein Gespräch mit Katja Nicodemus. In: DIE ZEIT, No. 41, Oktober 2011, S. 52.
Rencontre S | Film Socialisme (2010) by Jean-Luc Godard
Jean-Luc Godard - Vivre sa vie, 1962
Edle Frisuren II: Jean Seberg in À bout de souffle (Jean-Luc Godard, 1960)
(via salomeincrisis)
À bout de souffle (Jean-Luc Godard, 1960, 45:17)
“
> Eine Art von Dauer
(…)
Ich war bei dir,
als ich nicht
bei mir
war.
> Eine Art von Glück
Wir trafen uns
unvorbereitet,
redeten uns
die günstige Jahreszeit
ein.
(…)
Wir erfanden ein Zimmer,
in dem wir
über uns herfielen,
glühend
von Sätzen,
die wir uns nicht
sagten.
> Flüchtig
(…)
Willst du wissen,
wer ich bin? fragte ich
und dachte mir
mein besseres Leben aus.
Es würde,
ich wusste es,
nicht länger dauern
als die Spanne
zwischen Mond
und Mond.
“
—
P. Härtling
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