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Kult des Fragments

"Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen."

Walter Benjamin: Passagen-Werk

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Wie lange soll die Kunst die höhere Tochter bleiben, die zwar in allen verrufensten Gäßchen sich auskennen, beileibe aber sich von Politik nichts träumen lassen soll? Das hilft nichts, sie ließ es sich immer träumen. Daß jedem Kunstwerk, jeder Kunstepoche politische Tendenzen einwohnen, ist – da sie ja historische Gebilde des Bewußtseins sind – eine Binsenwahrheit. […] Die technischen Revolutionen – das sind die Bruchstellen der Kunstentwicklung, an denen die Tendenzen je und je, freiliegend sozusagen, zum Vorschein kommen. In jeder neuen technischen Revolution wird die Tendenz aus einem sehr verborgenen Element der Kunst wie von selber zum manifesten. Und damit wären wir denn endlich beim Film.
Unter den Bruchstellen der künstlerischen Formationen ist eine der gewaltigsten der Film. Wirklich entsteht mit ihm eine neue Region des Bewußtseins.

—Walter Benjamin: Erwiderung an Oscar A. H. Schmitz, in: Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser (Hg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Bd. II.2, Frankfurt am Main 1991, S. 751-755, hier: S. 752.

Die Sentenz ist ein Glied aus einer Gedankenkette, sie verlangt, dass der Leser diese Kette aus eigenen Mitteln wiederherstelle: dies heisst sehr viel verlangen. Eine Sentenz ist eine Anmaßung. – Oder sie ist eine Vorsicht: wie Heraclit wusste. Eine Sentenz muss, um geniessbar zu sein, erst aufgerührt und mit anderem Stoff (Beispiel, Erfahrungen, Geschichten) versetzt werden. Das verstehen die meisten nicht und deshalb darf man Bedenkliches unbedenklich in Sentenzen aussprechen.

—Friedrich Nietzsche: Nachgelassene Fragmente, 20[3], 1876. In: Giorgio Colli und Mazzino Montinari: Friedrich Nietzsche - Kritische Studienausgabe, Bd. 8, S. 361.

Die erste Etappe dieses Weges wird sein, das Prinzip der Montage in die Geschichte zu übernehmen. Also die großen Konstruktionen aus kleinsten, scharf und schneidend konfektionierten Baugliedern zu errichten. Ja in der Analyse des kleinen Einzelmoments den Kristall des Totalgeschehens zu entdecken.

Walter Benjamin: Das Passagen-Werk [N 2, 6]: Erkenntnistheoretisches; Theorie des Fortschritts.

Rolf Tiedemann (Hg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band V.1, Frankfurt am Main 1991, S. 575.

[via walter-benjamin-bluemchen]

ZEIT: Stört es Sie, dass der Kapitalismus fast nur ökonomisch und nicht kulturell kritisiert wird?

Godard: Es gibt schon eine kulturelle Kritik des Kapitalismus, aber sie bleibt meistens Schrift, Literatur, écriture. Man reiht einen Satz an den nächsten, aber es entsteht keine Vision daraus. Zu einer kulturellen Kritik müsste auch eine Kritik durch Bilder gehören.

ZEIT: Bei der Verleihung des Adorno-Preises haben sie gesagt: »Im großen Kampf zwischen den Augen und der Sprache hat der Blick die größere analytische Kraft.«

Godard: So ist es. Das heißt auch: die Montage.

ZEIT: Was genau entsteht durch den Zusammenprall verschiedener Bildausschnitte?

Godard: Wenn zwei Bilder aufeinandertreffen, entsteht ein Drittes. Eine andere Art des Sehens.

ZEIT: Ist die Montage das bessere Mittel zur Analyse von Geschichte als die Sprache?

Godard: Ja. Weil die Montage der Bilder die Linearität der Geschichte, die Linearität des Denkens und der Schrift durchbrechen kann.

ZEIT: In ihrem neuen Film montieren Sie immer wieder Aufnahmen des Meeres. Das wirkt, also ob sich in diesem schwimmenden Konsumalbtraum ein Fenster öffnet.

Godard: Ich weiß nicht, ob das eine Utopie ist, eine Kritik oder einfach nur ein Blick von der Reling. Das ist das Gute an der Montage: Es ist an Ihnen, das Dritte aus zwei Bildern zu bilden.

—Jean-Luc Godard: »Es kommt mir obszön vor«. Warum Jean-Luc Godard den Technikwahn des Kapitalismus für unanständig hält. Ein Gespräch über Geld, Europa, seinen Hund und sein neues Werk »Film Socialisme«. Ein Gespräch mit Katja Nicodemus. In: DIE ZEIT, No. 41, Oktober 2011, S. 52.

Die Verwertung der Traumelemente beim Erwachen ist der Schulfall des dialektischen Denkens. Daher ist das dialektische Denken das Organ des geschichtlichen Aufwachens. Jede Epoche träumt ja nicht nur die nächste sondern träumend drängt sie auf das Erwachen hin. Sie trägt ihr Ende in sich und entfaltet es – wie schon Hegel erkannt hat – mit List. Mit der Erschütterung der Warenwirtschaft beginnen wir, die Monumente der Bourgeoisie als Ruinen zu erkennen noch ehe sie zerfallen sind.

Walter Benjamin: Paris, die Hauptstadt des 19. Jahrhunderts. Exposé.

In: In: Rolf Tiedemann (Hrsg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band V.1, Frankfurt am Main 1991, S. 59.

Wie immer man es ansieht, fraglos ist, daß ich in Freiburg in eine Falle gegangen (und nicht geraten) bin. Fraglos aber ist auch, daß Martin, ob er es weiß oder nicht, in dieser Falle sitzt, in ihr zu Hause ist, sein Haus um die Falle herum gebaut hat; so daß man ihn nur besuchen kann, wenn man ihn in der Falle besucht, in die Falle geht. Also ging ich ihn in der Falle besuchen. Das Resultat ist, daß er nun wieder allein in seiner Falle sitzt.

Heidegger sagt, ganz stolz: »Die Leute sagen, der Heidegger ist ein Fuchs.« Dies ist die wahre Geschichte von dem Fuchs Heidegger:

Es war einmal der Fuchs, dem gebrach es so an Schläue, daß er nicht nur in Fallen ständig geriet, sondern den Unterschied zwischen einer Falle und einer Nicht-Falle nicht wahrnehmen konnte. Dieser Fuchs hatte noch ein Gebrechen, mit seinem Fell war irgend etwas nicht in Ordnung, so daß er des natürlichen Schutzes gegen die Unbilden des Fuchsen-Lebens ganz und gar ermangelte. Nachdem dieser Fuchs sich seine ganze Jugend in den Fallen anderer Leute herumgetrieben hatte und von seinem Fell sozusagen nicht ein heiles Stück mehr übrig geblieben war, beschloß er, sich von der Fuchsenwelt ganz und gar zurückzuziehen, und ging an die Errichtung des Fuchsbaus. In seiner haarsträubenden Unkenntnis über Fallen und Nicht-Fallen und seiner unglaublichen Erfahrenheit mit Fallen kam er auf einen unter Füchsen ganz neuen und unerhörten Gedanken: Er baute sich eine Falle als Fuchsbau, setzte sich in sie, gab sie für einen normalen Bau aus (nicht aus Schläue, sondern weil er schon immer die Fallen der Anderen für deren Baue gehalten hatte), beschloß aber, auf seine Weise schlau zu werden und seine selbstverfertigte Falle, die nur für ihn paßte, zur Falle für Andere auszugestalten. Dies zeugte wieder von großer Unkenntnis des Fallenwesens: In seine Falle konnte niemand recht rein, weil er ja selbst drin saß. Dies ärgerte ihn; schließlich weiß man doch, daß alle Füchse gelegentlich trotz aller Schläue in Fallen gehen. Warum sollte es eine Fuchsenfalle, noch dazu vom in Fallen erfahrensten aller Füchse hergerichtet, nicht mit den Fallen der Menschen und Jäger aufnehmen können? Offenbar, weil die Falle sich als solche nicht klar genug zu erkennen gab. Also verfiel unser Fuchs auf den Einfall, seine Falle schönstens auszuschmücken und überall klare Zeichen zu befestigen, die ganz deutlich sagten: Kommt alle her, hier ist eine Falle, die schönste Falle der Welt. Von da an war es ganz klar, daß in diese Falle sich kein Fuchs je unabsichtlicherweise hätte verirren können. Dennoch kamen viele. Denn diese Falle diente ja unserem Fuchs als Bau. Wollte man ihn im Bau, wo er zu Hause war, besuchen, mußte man in seine Falle gehen. Aus der freilich konnte jeder herausspazieren außer ihm selbst. Sie war ihm wort-wörtlich auf den Leib geschnitten. Der Fallen-bewohnende Fuchs aber sagte stolz: So viele gehen in meine Falle, ich bin der beste aller Füchse geworden. Und auch daran war etwas Wahres: Niemand kennt das Fallenwesen besser, als wer zeitlebens in einer Falle sitzt.

—Hannah Arendt: Heidegger und die Fuchsfalle (1952 und 1953). In: Ursula Ludz/Ingeborg Nordmann (Hrsg.): Hannah Arendt - Denktagebuch 1950 - 1973. München 2002, S. 266 und S. 403f.

Der historische Materialist, der der Struktur der Geschichte nachgeht, betreibt auf seine Weise eine Art von Spektralanalyse. Wie der Physiker ultraviolett im Sonnenspektrum feststellt, so stellt er eine messianische Kraft in der Geschichte fest. Wer wissen wollte, in welcher Verfassung sich die »erlöste Menschheit« befindet, welchen Bedingungen das Eintreten dieser Verfassung unterworfen ist und wann man mit ihm rechnen kann, der stellt Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Ebensogut könnte er sich danach erkundigen, welche Farbe die ultravioletten Strahlen haben.

Walter Benjamin: Vorstufen, Varianten und Fragmente zu “Über den Begriff der Geschichte”.

In: Tiedemann/Schweppenhäuser (Hrsg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band I.3, Frankfurt am Main 1991, S. 1232.

Die kopernikanische Wendung in der geschichtlichen Anschauung ist diese: man hielt für den fixen Punkt das »Gewesene« und sah die Gegenwart bemüht, an dieses Feste die Erkenntnis tastend heranzuführen. Nun soll sich dieses Verhältnis umkehren und das Gewesene zum dialektischen Umschlag, zum Einfall des erwachten Bewußtseins werden. Die Politik erhält den Primat über die Geschichte. Die Fakten werden etwas, was uns soeben zustieß, sie festzustellen ist die Sache der Erinnerung. Und in der Tat ist das Erwachen der exemplarische Fall des Erinnerns: der Fall, in welchem es uns glückt, des Nächsten, Banalsten, Naheliegendsten uns zu erinnern. Was Proust mit dem experimentierenden Umstellen der Möbel im morgendlichen Halbschlummer meint, Bloch als das Dunkel des gelebten Augenblicks erkennt, ist nichts anderes als was hier in der Ebene des Geschichtlichen, und kollektiv, gesichert werden soll. Es gibt Noch-nicht-bewußtes-Wissen vom Gewesenen, dessen Förderung die Struktur des Erwachens hat.

[…]


Man sagt, daß die dialektische Methode darum geht, der jeweiligen konkret-geschichtlichen Situation ihres Gegenstandes gerecht zu werden. Aber das genügt nicht. Denn ebensosehr geht es ihr darum, der konkret-geschichtlichen Situation des Interesses für ihren Gegenstand gerecht zu werden. Und diese letztere Situation liegt immer darin beschlossen, daß es selber sich präformiert in jenem Gegenstande, vor allem aber, daß es jenen Gegenstand in sich selber konkretisiert, aus seinem Sein von damals in die höhere Konkretion des Jetztseins (Wachseins!) aufgerückt fühlt. Wieso dies Jetztsein (das nicht weniger als das Jetztsein der »Jetztzeit« – sondern ein stoßweises, intermittierendes – ist) an sich schon eine höhere Konkretion bedeutet – diese Frage kann die dialektische Methode freilich nicht in der Ideologie des Fortschritts sondern nur in einer, an allen Teilen diese überwindenden Geschichtsanschauung erfassen. In ihr wäre von der zunehmenden Verdichtung (Integration) der Wirklichkeit zu sprechen, in der alles Vergangene (zu seiner Zeit) einen höheren Aktualitätsgrad als im Augenblick seines Existierens erhalten kann. Wie es als höhere Aktualität sich ausprägt, das schafft das Bild als das und in dem es verstanden wird. Und diese dialektische Durchdringung und Vergegenwärtigung vergangener Zusammenhänge ist die Probe auf die Wahrheit des gegenwärtigen Handelns. Das heißt: sie bringt den Sprengstoff, der im Gewesenen liegt (…) zur Entzündung. So an das Gewesene herangehen, das heißt nicht wie bisher es auf historische sondern auf politische Art, in politischen Kategorien behandeln.

Walter Benjamin: Das Passagen-Werk [K 1, 2] und [K 2, 3]: Traumstadt und Traumhaus, Zukunftsträume, Anthropologischer Nihilismus, Jung.

In: Rolf Tiedemann (Hrsg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band V.1, Frankfurt am Main 1991, S. 490f. und 494f.

[via walter-benjamin-bluemchen]

Das dialektische Bild ist ein Kugelblitz, der über den ganzen Horizont des Vergangnen läuft.

Walter Benjamin: Vorstufen, Varianten und Fragmente zu “Über den Begriff der Geschichte”.

In: Tiedemann/Schweppenhäuser (Hrsg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band I.3, Frankfurt am Main 1991, S. 1233.

IV

»Trachtet am ersten nach Nahrung und Kleidung, so wird euch das Reich Gottes von selbst zufallen.«
Hegel, 1807

Der Klassenkampf, der einem Historiker, der an Marx geschult ist, immer vor Augen steht, ist ein Kampf um die rohen und materiellen Dinge, ohne die es keine feinen und spirituellen gibt. Trotzdem sind diese letztern im Klassenkampf anders zugegen denn als die Vorstellung einer Beute, die an den Sieger fällt. Sie sind als Zuversicht, als Mut, als Humor, als List, als Unentwegtheit in diesem Kampf lebendig und sie wirken in die Ferne der Zeit zurück. Sie werden immer von neuem jeden Sieg, der den Herrschenden jemals zugefallen ist, in Frage stellen. Wie Blumen ihr Haupt nach der Sonne wenden, so strebt kraft eines Heliotropismus geheimer Art, das Gewesene der Sonne sich zuzuwenden, die am Himmel der Geschichte im Aufgehen ist. Auf diese unscheinbarste von allen Veränderungen muß sich der historische Materialist verstehen.

Walter Benjamin: Über den Begriff der Geschichte. In: Tiedemann/Schweppenhäuser (Hrsg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band I.2, Frankfurt am Main 1991, S. 694f.

II

»Zu den bemerkenswerthesten Eigenthümlichkeiten des menschlichen Gemüths«, sagt Lotze, »gehört … neben so vieler Selbstsucht im Einzelnen die allgemeine Neidlosigkeit jeder Gegenwart gegen ihre Zukunft.« Diese Reflexion führt darauf, daß das Bild von Glück, das wir hegen, durch und durch von der Zeit tingiert ist, in welche der Verlauf unseres eigenen Daseins uns nun einmal verwiesen hat. Glück, das Neid in uns erwecken könnte, gibt es nur in der Luft, die wir geatmet haben, mit Menschen, zu denen wir hätten reden, mit Frauen, die sich uns hätten geben können. Es schwingt, mit andern Worten, in der Vorstellung des Glücks unveräußerlich die der Erlösung mit. Mit der Vorstellung von Vergangenheit, welche die Geschichte zu ihrer Sache macht, verhält es sich ebenso. Die Vergangenheit führt einen heimlichen Index mit, durch den sie auf die Erlösung verwiesen wird. Streift denn nicht uns selber ein Hauch der Luft, die um die Früheren gewesen ist? Ist nicht in Stimmen, denen wir unser Ohr schenken, ein Echo von nun verstummten? haben die Frauen, die wir umwerben, nicht Schwestern, die sie nicht mehr gekannt haben? Ist dem so, dann besteht eine geheime Verabredung zwischen den gewesenen Geschlechtern und unserem. Dann sind wir auf der Erde erwartet worden. Dann ist uns wie jedem Geschlecht, das vor uns war, eine schwache messianische Kraft mitgegeben, an welche die Vergangenheit Anspruch hat. Billig ist dieser Anspruch nicht abzufertigen. Der historische Materialist weiß darum.

—Walter Benjamin: Über den Begriff der Geschichte. In: Tiedemann/Schweppenhäuser (Hrsg.): Walter Benjamin - Gesammelte Schriften, Band I.2, Frankfurt am Main 1991, S. 693f.

Rabbi Simlaj trug vor: Wie ist das Schriftwort zu verstehen (Amos 5,18): »Weh denen, die den Tag des Herrn herbeiwünschen. Was nützt euch denn der Tag des Herrn? Finsternis ist er, nicht Licht.«

[…]

Ein Gleichnis mag dies veranschaulichen. Ein Hahn und eine Fledermaus warteten einmal auf das Tageslicht. Da sprach der Hahn zur Fledermaus: Ich warte auf das Tageslicht, denn es ist für mich bestimmt, du aber, was soll dir das Tageslicht?
Der Messias kommt allein für den, der wartet. Es gibt keine objektive Erlösung. Kein Messianismus für die Fledermaus! Der Hahn und die Fledermaus: der Hahn ist der »Spezialist« des Tageslichts, es ist sein Element. Er hat nicht nur Augen, es zu empfangen, er hat auch, wenn ich so sagen darf, »eine Nase« für das Tageslicht. Die Lerche, die die Sonne begrüßt - alle Welt kann es ihr gleichtun. Alle Welt ist imstande, den Morgen zu begrüßen. Aber in dunkler Nacht den Anbruch des Tages zu erkennen, das Nahen des Lichts, noch bevor es leuchtet - vielleicht besteht darin die Intelligenz. […] Der Hahn, der den Morgen wahrnimmt, der in der Nacht einige Augenblicke im voraus das Nahen des Lichts fühlt, welch wunderbares Symbol der Intelligenz. Einer Intelligenz, die den Sinn der Geschichte vor dem Ereignis kennt und ihn nicht einfach nachträglich errät.

—Emmanuel Lévinas: Messianismus und Universalität. In: Ders.: Schwierige Freiheit. Versuch über das Judentum. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Frankfurt am Main 1996, S. 97f.

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