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Kult des Fragments

"Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen."

Walter Benjamin: Passagen-Werk

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…deine welt ist schön! asked by eyhier

“Es ist dies ein Verhältnis, das die Erinnerung an den Gedanken von Novalis wachruft: daß das Äußere ein in Geheimniszustand erhobenes Inneres ist.”

Josef König: Bemerkungen zur Metapher. In: Günter Dahms (Hg.): Josef König - Kleine Schriften. München 1994, S. 176.

Sie sind sehr optimistisch. Seien Sie hiermit herzlich begrüßt,

Ihr W-B-Bluemchen

Sich vom Grauenhaften meiner Gefühlslage einen Begriff zu machen, wird, wie ich annehme, völlig unmöglich sein; trotzdem überwiegt eine gewisse Neubegier, die Geheimnisse dieser schrecklich hehren Regionen zu ergründen, selbst meine Verzweiflung noch; und versöhnt mich gleichsam wieder mit dem Aspekt auch des scheußlichsten Todes. Liegt es doch auf der Hand, daß wir vorwärts stürmen, irgendeiner erregendsten Erkenntnis zu – einem niemals bekanntzumachenden Geheimnis, dessen Erreichung gleichbedeutend ist mit Zerstörung. […] Es muß gestanden werden, daß eine scheinbar so verwilderte Hypothese jegliche Wahrscheinlichkeit zu ihren Gunsten hat.

Edgar Allan Poe: Manuskriptfund in einer Flasche. In: Der Fall des Hauses Usher. Deutsch von Hans Wollschläger und Arno Schmidt. Frankfurt am Main 1972, S. 28 f.

[via noxe]

Ziehen wir zunächst die radikale und notwendige Heterogenität eines Erbes in Erwägung, die Differenz ohne Opposition, von der es gezeichnet werden muß, sein ‘Disparates’ und eine Quasi-Juxtaposition ohne Dialektik (der Plural dessen, was wir später die Geister von Marx nennen werden). Ein Erbe versammelt sich niemals, es ist niemals eins mit sich selbst. Seine vorgebliche Einheit, wenn es sie gibt, kann nur in der Verfügung bestehen, zu reaffirmieren, indem man wählt. Man muß, das heißt: Man muß filtern, sieben, kritisieren, man muß aussuchen unter den verschiedenen Möglichkeiten, die derselben Verfügung innewohnen. Die ihr auf widersprüchliche Weise innewohnen, um ein Geheimnis herum. Wenn die Lesbarkeit eines Vermächtnisses einfach gegeben wäre, natürlich, transparent, eindeutig, wenn sie nicht nach Interpretation verlangen und diese gleichzeitig herausfordern würde, dann gäbe es niemals etwas zu erben.[…] Man erbt immer ein Geheimnis – ‘Lies mich!’ sagt es, ‘Wirst du jemals dazu im Stande sein?’ Die kritische Wahl, nach der jede Reaffirmation des Erbes verlangt, ist gleichzeitig, wie das Gedächtnis selbst, die Bedingung der Endlichkeit. Das Unendliche erbt nicht, und es vererbt sich nicht. Die Verfügung selbst (wähle und entscheide in dem, was du erbst, fordert sie stets) kann nur eins sein, indem sie sich teilt, sich zerreißt, sich in sich selbst differenziert und aufschiebt (se différant elle-méme), indem sie gleichzeitig mehrfach spricht – und mit mehreren Stimmen.

—Jacques Derrida: Marx’ Gespenster. Der Staat der Schuld, die Trauerarbeit und die neue Internationale. Frankfurt am Main 2004, S. 32f.

“Where are you now? At this very moment where are you? I still miss our ‘nothing’, your desire, our secret wounded love, remember”
Francesca Mazzucato - Fragments
[via booksandsorrows]

“Where are you now? At this very moment where are you? I still miss our ‘nothing’, your desire, our secret wounded love, remember”

Francesca Mazzucato - Fragments

[via booksandsorrows]

(via francesca-mazzucato)

Aber vor allem war meine Art, mich dieser Epoche zu entziehen, glaube ich, die Geschichte der Philosophie als eine Art Arschfick zu verstehen, oder was auf dasselbe hinausläuft: unbefleckte Empfängnis. Ich stellte mir vor, hinter den Rücken eines Autors zu gelangen und ihm ein Kind zu machen, das sein eigenes und trotzdem monströs wäre. Es ist sehr wichtig, daß es sein eigenes ist, weil es nötig ist, daß der Autor wirklich all das sagt, was ich ihn sagen lasse. Aber es war auch wichtig, daß das Kind monströs wird, weil er alle Arten von Dezentrierung - Gleitbewegungen, Brüche, geheime Absonderungen - durchlaufen mußte, die mir beliebten.

Gilles Deleuze: Brief an Michel Cressole, in: Ders.: Kleine Schriften, Berlin 1980, S. 12.

[via diesebastionbehrisch]

vintagegal:

 Gil Elvgren - Peek-A-View, 1940

vintagegal:

 Gil Elvgren - Peek-A-View, 1940

(via uorsf)

edsminorplace:

»Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüsste / und alle Erkenntnis hätte; / wenn ich alle Glaubenskraft besäße / und Berge damit versetzen könnte, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich nichts.«
- 1. Korinther 13.

edsminorplace:

»Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüsste / und alle Erkenntnis hätte; / wenn ich alle Glaubenskraft besäße / und Berge damit versetzen könnte, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich nichts.«

- 1. Korinther 13.

Schweigen

Alles will in der Stille erworben und schweigend in göttliches Wesen verklärt werden. Es gilt keineswegs nur von dem zu hoffenden Kinde der Psyche, die Zukunft desselben werde davon abhängen, dass diese im Schweigen verharrt.

Mit einem Kind, das göttlich, wenn du schweigst,

Doch menschlich wenn du das Geheimnis zeigst.

Sören Kierkegaard: Schweigen. Aus: Entweder - Oder, Teil I, Diapsalmata, Nr. 58

Noch hat sie mich nicht gesehen; ich stehe abseits am anderen Ende der Theke, allein. An der gegenüberliegenden Wand ein Spiegel, sie denkt nicht daran, aber der Spiegel denkt daran. Wie getreu hat er ihr Bild erfaßt, wie ein demütiger Sklave, der seine Ergebenheit durch Treue beweist, ein Sklave, für den sie wohl von Bedeutung ist, der für sie aber ohne Bedeutung ist, der sie wohl erfassen darf, aber nicht umfassen. Der unglückliche Spiegel, der wohl ihr Bild erfassen kann, aber nicht sie selbst, der unglückliche Spiegel, der ihr Bild nicht als sein Geheimnis verbergen, es vor der ganzen Welt verstecken kann, der es im Gegenteil nur anderen verraten kann, wie jetzt mir. Welche Qual, wäre ein Mensch so geschaffen. Und gibt es nicht doch viele Menschen, die so sind, die nur in dem Augenblick etwas besitzen, da sie es anderen zeigen, die nur die Oberfläche erfassen, nicht das Wesen, die alles verlieren, wenn dieses sich zeigt, so wie dieser Spiegel ihr Bild verlieren würde, wenn sie ihm mit einem einzigen Atemzug ihr Herz verraten würde.

—Sören Kierkegaard: Tagebuch des Verführers. Aus dem Dänischen von Helene Ritzerfeld. Frankfurt am Main 1983, S. 27f.