Bettina von Arnim - Die Eisenbahnen haben einen Schnupfen, 1983.
Bettina von Arnim - Die Eisenbahnen haben einen Schnupfen, 1983.
Tizian - Bildnis des Filippo Archinto, ca. 1558
»Nicht enthüllen, wenn dir die Freiheit lieb ist, denn mein Antlitz ist Kerker der Liebe.«
Leonardo da Vinci
Charles Ray - Revolution counter revolution, 1990
Jean-Baptiste Greuze - Der zerbrochene Spiegel
“Auf einer ernsteren Ebene schlägt [Diderot] beim Vergleich der beiden Bilder vor, dass man nicht antworten, diskurieren muss, dass das Bild kein Spiegel ist, der eine unmittelbare oder verborgene Bedeutung reflektierte, den Geist oder die Natur, einen bestimmten natürlichen oder kulturellen Gegenstand, einen Vogel oder einen Spiegel: Der Vogel ist immer schon davon geflogen, der Spiegel zerbrochen, gesprungen, und es ist das Zerbrechen der Bedeutung, das das junge Mädchen beweint, der Verlust nicht nur des Spiegels oder des Vogels, sondern jedes Bezugspunktes und daher jedes Diskurses; sie beweint die ‘Opferung’ des Subjekts oder den Verlust des Objekts, was tatsächlich nach Freud Melancholie erzeugt, bis die Trauerarbeit geleistet ist.”
Sarah Kofman: Melancholie der Kunst. Aus dem Französischen von Birgit Wagner. Wien 2008, S. 20f.
Andre Breton // Nadja
Der Satz, ich sei mir der folgenden Seiten nicht sicher, sagt viel zu wenig: es sind seltsame Texte, forciert und unbeholfen. Es handelt sich nicht um zuverlässige Aussagen.
Es gibt eine Schöpfungsaugenblick, wo es ist, als würde man über den Haufen geworfen von dem Schlaghagel, mit dem wir von unserem Gegenstand überschüttet werden. Man kann reagieren, indem man unbeherrscht zurückschlägt (viele Schläge gehen daneben oder ins Leere). Beinahe so, wie ein Baum auf den Wind reagiert. Nehmen die Blätter den Wind bloß wahr, oder geben sie ihm Antwort? Man urteile selbst (wenn man Lust dazu hat).
Dies mag auf jeden beliebigen Gegenstand zutreffen, es trifft erst recht auf solche zu, die von Natur aus so stark auf die Empfindung wirken, daß sie diese gleich in der ersten Runde groggy schlagen: auf Gegenstände, die allzu bezaubernd oder allzu gräßlich sind.
Angenommen aber, das Gräßliche selbst wäre der Gegenstand …
Nun, es geht bloß darum, auf den Beinen zu bleiben, den Kampf um jeden Preis durchzustehen und erst nachher, nach dem Gongschlag, zu Boden zu gehen.
—Francis Ponge: Bemerkungen zu den Otages von Fautrier. In: Texte zur Kunst. Aus dem Französischen übersetzt von Gerhard M. Neumann und Werner Spies. Frankfurt am Main 1967, S. 9.
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