Kult des Fragments

"Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen."

Walter Benjamin: Passagen-Werk

Das Messianische (das ich für eine universale Struktur der Erfahrung halte und das sich auf keinen religiösen Messianismus reduzieren lässt) ist alles andere als utopisch: Es ist in allem der Bezug auf das Kommen des konkretesten und wirklichsten Ereignisses, d.h. auf die unauflöslich heterogenste Andersheit. Nichts ist ‘realistischer’ und ‘unmittelbarer’ als diese messianische Sorge, die auf das Ereignis dessen gerichtet ist, der (das) kommt. […] Da sie alles andere als utopisch ist, fordert sie hier und jetzt die Unterbrechung des gewöhnlichen Laufs der Dinge, der Zeit und der Geschichte; sie ist von einer Bestätigung der Andersheit und der Gerechtigkeit nicht zu trennen. Wie dieses unbedingte Messianische anschließend in dieser oder jener einzigartigen praktischen Situation seine Bedingung aushandeln soll, dafür ist eine Analyse und eine Bewertung, d.h. eine Verantwortung gefragt.

Jacques Derrida: Marx & Sons. Frankfurt am Main 2004, S. 78f.

[via picturewalkwithme]

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