Die dritte Sprechweise ist die indirekte Rede des wissenschaftlichen Diskurses (und damit die ausführlichste). In dieser Hinsicht wird Marx von den anderen Repräsentanten des Wissens geehrt und anerkannt. Er ist dann Mann der Wissenschaft, hält sich an die Ethik des Gelehrten, unterwirft sich bereitwillig jeder kritischen Revision. […] Dennoch ist Das Kapital ein wesentlich subversives Werk. Nicht so sehr deshalb, weil es auf dem Weg wissenschaftlicher Objektivität zur notwendigen Konsequenz der Revolution führte, sondern weil es, ohne das ausdrücklich zu formulieren, einen Modus des theoretischen Denkens einschließt, der die Idee der Wissenschaft selbst auf den Kopf stellt. Weder die Wissenschaft noch das Denken verlassen das Marxsche Werk tatsächlich intakt, und das im stärksten Sinne des Wortes, weil die Wissenschaft sich darin als radikale Transformation ihrer selbst zu erkennen gibt, als Theorie einer Mutation, die in der Praxis immer im Spiel ist, wie auch, in dieser Praxis als eine Mutation, die immer theoretisch ist.
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Maurice Blanchot: Les trois paroles de Marx. In: Maurice Blanchot: L’Amitié. Paris 1971, S. 116.
Zit. nach: Jacques Derrida: Marx’ Gespenster. Der Staat der Schuld, die Trauerarbeit und die neue Internationale. Frankfurt am Main 2004, S. 54f.