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Kult des Fragments

"Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen."

Walter Benjamin: Passagen-Werk

Wäre ich ein guter Zeichner, könnte ich eine unzählbare Anzahl von Ausdrücken durch vier Striche erzeugen. Wörter wie ‘bombastisch’ und ‘getragen’ könnten durch Gesichter ausgedrückt werden. Damit wären unsere Beschreibungen viel flexibler und unterschiedlicher als sie es durch den Ausdruck von Adjektiven sind. Wenn ich von einem Schubert-Stücke sage, es sei melanchonisch, dann ist es so, als gäbe ich ihm ein Gesicht. Ich könnte auch Gesten ausdrücken oder Tanzschritte. In Wirklichkeit benutzen wir Gesten und Gesichtsausdrücke, wenn wir etwas genau treffen wollen.

Ludwig Wittgenstein, Vorlesungen und Gespräche über Ästhetik, Psychoanalyse und religiösen Glauben. Frankfurt am Main 2000, S. 14.

[via haseente:diesebastionbehrisch]

(via diesebastionbehrisch)

Ellen Allien - Boiler Room - BPitch Control, 2012

Paul Klee - Boy in Fancy Dress, 1931
Drawing
Watercolor and gouache on paper mounted on cardboard
59.7 x 45.1 cm
The Berggruen Klee Collection, 1988
Drawing
Watercolor and gouache on paper mounted on cardboard
59.7 x 45.1 cm
The Berggruen Klee Collection, 1988

Was wäre Sentimentalität, wenn nicht der erlahmende Flügel des Fühlens, das sich irgendwo niederlässt, weil es nicht weiterkam, und was also ihr Gegensatz, wenn nicht diese unermüdete Regung, die sich so weise aufspart, auf kein Erlebnis und Erinnern sich niederlässt, sondern schwebend eins nach dem andern streift: «O Stern und Blume, Geist und Kleid / Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit.»

Walter Benjamin: Deutsche Menschen, herausgegeben von Momme Brodersen, in: ders.: Werke und Nachlaß. Kritische Gesamtausgabe, Band 10, Suhrkamp: Frankfurt am Main 2008, S. 66.

[via abendgesellschaft]

(via noxe)

One week left to support the new Album of Mary Ocher + Your Government

=> www.indiegogo.com/projects/mary-ocher-and-your-government-making-an-album

Watch the final episode of “Between Two Drummers” with the wonderful Molly Nilsson.

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Es bleibt immer eine große Kluft, und der Körper, der so leicht zu handhaben und in Reichweite schien, wird fern und schwer, sobald man ihn zum Sprechen bringen will. Von allen Zeichen, von allem piktographischen Material ist der menschliche Körper am sperrigsten, am schwersten, am ehesten dafür bestimmt, zu beeinflussen, zu beeinträchtigen, zu verfälschen; der, der einen mehr sagen lässt, als man will, und weniger, wenn mehr nötig gewesen wäre. Sodass man ihn fast nicht mehr gebraucht, außer in einem seiner Vororte, Gesicht genannt, der alles an sich zieht – lästige Dualität!

Henri Michaux: Danse – Tanz, in: Verve, Heft 4, 1938.

Aber die Sehnsucht nach dem Tänzer steckt in vielem: Bedauern, kein schwimmender Fisch zu sein oder Tiger oder Gazelle, gewiss nicht wegen ihrer Laune, ihrer Kraft, ihrer Umgebung oder ihren Leistungen, sondern wegen ihrer Bewegung. Durch die Bewegung möchte der Mensch der Welt angehören.

—Henri Michaux: Danse – Tanz, in: Verve, Heft 4, 1938.

Weibliche Werke: Säumen, Knoten, Flechten, Weben

Säumen – Das Säumen der Kinder, das Trödeln: sie ziehen die Fransen aus den Erlebnissen, strähnen sie. Darum trödeln die Kinder, ‘Saumseligkeit’ – so könnte man wohl den besten Teil dieses Glücksgefühls nennen.

—Walter Benjamin: Aufzeichungen zum Meskalinversuch, 22. Mai 1934, in: Tillman Rexroth (Hg.): Walter Benjamin  Über Haschisch. Frankfurt am Main 1972, S. 139.

Früher einmal war Tanz für mich Versteinerung. Wenn ich tanzen sah, wurde ich zu Stein. […] Im Orient taute ich auf. […] Ich sah, wie sich in Körpern vor mir merkwürdige Gedanken ausbreiteten. Ich sah Körper, die bewohnt waren wie Köpfe, und jenes seltsame Sich-Sammeln, jenes In-sich-Kreisen verbunden mit vollkommener und spürbarer Ruhe, wie man sie bei uns manchmal an Mädchen sieht, die unter einer Lampe nähen oder sticken, nicht wissend, dass sie beobachtet werden, Maschen aneinander reihen und auftrennen und gleichzeitig mit etwas anderem, ganz woanders beschäftigt sind, in sich selbst und wie im Traum. Ich sah die ganze Welt in Körper strömen, und das Unausgedrückte zeigte sich in ihnen mit ebensolcher Kraft wie das Ausgedrückte dank großer Unterwerfung und ungewöhnlicher In-sich-Gekehrtheit.

—Henri Michaux: Danse  Tanz, in: Verve, Heft 4, 1938.

International Pony - Leaving Home [We Love Music, 2002]

Video directed by Zoran Bihac; taken from CD+DVD “Bass Is Boss - The First Remix & Video Collection” [Sony BMG / Kompakt].

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