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Kult des Fragments

"Methode dieser Arbeit: literarische Montage. Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen."

Walter Benjamin: Passagen-Werk

[via abgrundtiefe]
“Der Kuß ist trotz allem nicht das Wort. Sicherlich sprechen die Liebenden, aber es ist ein Sprechen an der Grenze, es ist ohnmächtig, exzessiv in seiner exzessiven Armut, ein Sprechen, in dem sich die Liebe auch schon verfängt: ‘Die Liebenden sprechen und das Wirrwarr ihrer Worte dämpft und steigert zugleich das Gefühl, das sie bewegt. Denn sie verleihen dem eine Dauer, dessen Wahrheit nur für den Augenblick eines Blitzes da ist.’ (Georges Bataille).”
Jean-Luc Nancy: Die undarstellbare Gemeinschaft. Aus dem Französischen von Gisela Febel und und Jutta Legueil. Stuttgart 1988, S. 79f.

[via abgrundtiefe]

“Der Kuß ist trotz allem nicht das Wort. Sicherlich sprechen die Liebenden, aber es ist ein Sprechen an der Grenze, es ist ohnmächtig, exzessiv in seiner exzessiven Armut, ein Sprechen, in dem sich die Liebe auch schon verfängt: ‘Die Liebenden sprechen und das Wirrwarr ihrer Worte dämpft und steigert zugleich das Gefühl, das sie bewegt. Denn sie verleihen dem eine Dauer, dessen Wahrheit nur für den Augenblick eines Blitzes da ist.’ (Georges Bataille).”

Jean-Luc Nancy: Die undarstellbare Gemeinschaft. Aus dem Französischen von Gisela Febel und und Jutta Legueil. Stuttgart 1988, S. 79f.

something in you
stands up. it is like light,

or a crime. it is alive.
your turn.

Marty McConnell: The World’s Guide to Beginning

[via drunkenboat:grammatolatry:swanfucker]

Qu’est-ce que c’est la fiction?
[via baldabiou]

Qu’est-ce que c’est la fiction?

[via baldabiou]

Bettina von Arnim - Die Eisenbahnen haben einen Schnupfen, 1983.
[via batarde:ajourneyroundmyskull]

Bettina von Arnim - Die Eisenbahnen haben einen Schnupfen, 1983.

[via batarde:ajourneyroundmyskull]

Nicolas Jaar @ Boiler Room NYC

[via deadmanwatchestheclock]

Zutiefst fremd ist den ‘Kinoki’ die schauspielerische Darstellung, auf die sich der Film gründet. Zutiefst fremd ist ihnen jedes theatralisch-zirzensische Moment, jede artifizielle dekadente Hypertrophie, jede tragische, wenn auch geschnittene Pose ‘stummer Extase’ und eine Reihe anderer Eigenschaften und Besonderheiten, die nicht aus dem ‘Leben, wie es ist’ gegriffen sind, sondern aus dem sogenannten ‘Theater für Dummköpfe’.

—Dziga Vertov, zit. nach Eduard Ditschek: Politisches Engagement und Medienexperiment. Theater und Film der russischen und deutschen Avantgarde der zwanziger Jahre. Tübingen 1989, S. 115.

Der Film kann nie Kunst vermitteln, aber die Vermittlung kann eine Kunst, eine technische Kunst an sich sein.

—Klaus Neukranz: Vom Wesen des Films. In: Film und revolutionäre Arbeiterbewegung in Deutschland, 1918-1932: Dokumente und Materialien zur Entwicklung der Filmpolitik der revolutionären Arbeiterbewegung und zu den Anfängen einer sozialistischen Filmkunst in Deutschland. Zusammengestellt und eingeleitet von Gertrude Kühn, Karl Tümmler, Walter Wimmer, Band I. Berlin/DDR 1975, S. 52.

Man kann sicher annehmen, dass wir neun Regisseure, die diesen Film gemeinsam hergestellt haben, verschiedene politische Ansichten haben. In einem sind wir uns einig: Wir sind nicht die Oberamtsrichter des Zeitgeschehens. Als Filmemacher ist es nicht unsere Sache, zu den hunderttausend Auffassungen, die es zu Terror hier und dort, zu ‘Strafanspruch des Staates bis ins letzte Glied’ gibt, die hunderttausendunderste richtige Theorie zu liefern. Das wäre übrigens ein bilderloser Film. […] Herbst 1977 ist die Geschichte der Verwirrung. Genau die gilt es festzuhalten. Wer die Wahrheit weiß, lügt. Wer sie nicht weiß, sucht. Insofern unsere Parteilichkeit, auch wenn wir verschiedene politische Ansichten haben.

—Alf Brustellin, Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Bernhard Sinkel: ‘Deutschland im Herbst’. Worin liegt die Parteilichkeit des Films? (1978). In: Petra Kraus, Natalie Lettenewitsch, u.a. (Hg.): Deutschland im Herbst -Terrorismus im Film. Schriftenreihe Münchner Filmzentrum. München 1997, S. 80.

Abgefilmte Wirklichkeit, das finde ich das Tristeste, was es gibt, weil eben so nicht vermittelt werden kann, was wirklich ist. Ich erzähle meine Geschichten so, dass sie ihren Wert erst beim Zuschauer bekommen, nicht auf der Leinwand. Der Wirklichkeitswert des Films kommt wirklich erst da zustande, wo der Film, also das, was der Zuschauer sieht, mit seiner (des Zuschauers) Wirklichkeit zusammenkommt.

Rainer Werner Fassbinder über seinen Film Satansbraten, 1976

Das Theater der Grausamkeit. ‘Denn wenn das Theater das Double des Lebens ist, ist das Leben das Double des wahren Theaters … Und das Double des Theaters ist das von dem Menschen heute nicht gebrauchte Reale.’ Damit wären wir beim Thema: das nicht gebrauchte Reale ist das, was noch nicht in Formen sich verfestigt hat, die Kraft, die die Formen sprengt. Wie ist es darzustellen, ungeformt, im Kino, das so sehr am Realen klebt? Als Aspiration, als Tendenz, als Spannung. Das ist das Revolutionäre dieses Films und das, was ihn wirklich zum Film aus Artauds Geist macht: Er stellt nicht die Sache dar, sondern die Bewegung auf sie hin. Er ist affirmative Negation. Nicht der sanfte Jakob auf der einen und der blutrünstige auf der anderen Seite, sondern der Reflex des einen im anderen, bis ihre Grenzen aufgelöst sind und es nur noch Übergänge gibt. […] Was es gibt, muss neu verteilt werden. Partner, das ist die chronologische und räumliche Gleichzeitigkeit des Möglichen mit dem Unmöglichen, des Realen mit dem Fiktiven. Kino. Jakob und Jakob sind komplementäre Figuren, die zusammen den neuen Adam ergeben könnten. ‘Die Formen verbrennen, um das Leben zu finden.’ Mauern bauen aus Büchern, das heißt nicht, sich abkapseln von der Wirklichkeit, wie die blinden Aktivisten glauben. Es heißt die Bücher gebrauchen, um etwas anderes aus ihnen zu machen. Das ist die Funktion der Zitate, der Parodien, der Halbparodien in diesem Film, in der außerdem die Bewegung des Ganzen sich wiederholt: nicht die Sache darstellen, sondern eine Relation, die Absorption von Altem, sein Übergehen in Neues. […] Es gibt einen Unterschied zwischen Wiederholen und Zitieren. Der Unterschied zwischen Reklame und Erfindung, zwischen Omo-Weiß und ‘aller wirklichen Freiheit, die schwarz ist.’ Wie sollten die Weißmacher mit ihren aufgemalten Augen Vielfältigkeit wahrnehmen können? Man braucht wirkliche Augen, um zu sehen, was es noch nicht gibt.”

Frieda Grafe: Bernardo Bertolucci: Partner, in: Filmkritik 1970, Nr. 5, S. 269-271.

Zit. nach: Jörg Probst, Hanns Zischler (Hg.): Großes Kino, kleines Kino. 1.968 Bilder. Berlin 2008, S. 37-41.

 

Frieda Grafe & Enno Patalas

“Man braucht wirkliche Augen, um zu sehen, was es noch nicht gibt.”

Frieda Grafe: Bernardo Bertolucci: Partner, in: Filmkritik 1970, Nr. 5, S. 269-271.

Zit. nach: Jörg Probst, Hanns Zischler (Hg.): Großes Kino, kleines Kino. 1.968 Bilder. Berlin 2008, S. 41.

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